Das Lied meiner Schwester: Roman by Gina Mayer

German 2

By Gina Mayer

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Spielsucht: Ursachen, Therapie und Prävention von glücksspielbezogenem Suchtverhalten, 3. Auflage

Die „typische“ Klientel der Spiels? chtigen hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Bei Frauen ist eine wachsende Erkrankungsrate zu verzeichnen, bei bestimmten Migranten-Gruppen besteht ein erh? htes Risiko. In diesem einzigen deutschsprachigen Therapiefachbuch zum Thema informieren die Autoren umfassend ?

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Absolute Mehrheit für die NSDAP bei Stadtratswahlen in Coburg. Die Nachrichten rauschten an Clemens vorbei, ohne dass er sie richtig zur Kenntnis nahm. Stadtratswahlen in Coburg, was interessierte ihn das? Coburg, wo lag das überhaupt? Nach der Wochenschau folgte ein Film über Negerstämme im afrikanischen Urwald. Mit seinem Jonny hatten die Wilden jedenfalls nichts zu tun, sie sahen vollkommen anders aus. Wenn man einmal von ihrer glänzend schwarzen Haut absah. Fritzi stieß ihn in die Seite. »Deine wilden Brüder«, spottete sie.

Hinter der Bühne hatte sie ihr Stirnband abgenommen, 45 stattdessen trug sie jetzt einen Köcher mit Pfeilen auf dem Rücken und einen Bogen über der Schulter, genau wie die übrigen Chorsänger. Gleich würden sie alle einen Pfeil in den Bogen legen und die Waffe auf den Wildwestmann richten, der daraufhin endlich, endlich sein Wildwestgirl küssen durfte. Was für ein fürchterlicher Klamauk, dachte sie. Aber immerhin hatte sie ihren ersten Soloauftritt. Und wer achtete schon auf Inhalte, wenn er einmal die Gelegenheit bekam, aus der Masse der Chormädchen hervorzutreten.

Er würde sich etwas von Leopold leihen und darauf hoffen, dass seine Verhandlungen mit dem Verwaltungsdirektor erfolgreich verliefen. »Willibald kann wieder zurück in seine Wohnung«, erklärte er Fritzi, als er sie abends vor der Aufführung sah. Clemens war schon schwarz geschminkt, seine Haut spannte, besonders um die Mundpartie, wenn er sprach. 55 »Ach, du meinst wohl, mit Geld lässt sich alles regeln«, gab Fritzi zurück und stolzierte mit hoch erhobenem Kopf an ihm vorbei. Er kam sich dumm vor, als er ihr nachschaute, in seiner Negerverkleidung.

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